Samstag, 31. März 2007
Kunden der amerikanischen TJX-Unternehmungen sind potentielle Opfer eines in diesem Umfang noch nie dagewesenen Datendiebstahls. Unbekannten gelang die Ausspähung von insgesamt fast 46 Millionen kundenbezogenen Datensätzen. Darunter fallen Daten wie:
- Kundenname und Anschrift
- Karteninhaber und Kartennummer von Kreditkarten
- Social Security ID, ID des Führerscheins, Militär-ID
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Freitag, 30. März 2007
Die Debit- und Kreditkarten der chinesischen Bank China UnionPay (CUP-Karten) gewinnen weltweit an Bedeutung.
Als größter europäischer Acquirer für die CUP-Karte tritt der Frankfurter Kartendienstleister B+S Card Service auf. Bereits zum Ende des Jahres 2005 wurden über B+S in Pilotversuchen in Frankfurt Zahlungen mit der CUP-Card durchgeführt. Die Abwicklung der CUP-Karte ist allerdings noch nicht mit jedem Terminal möglich. B+S bietet hier das Service-Paket " B+S advance" an, das auf die Terminal-Lösung ST-3740 mit abgesetztem PIN-Pad des Anbieters EL-ME zurückgreift. Die CUP-Karte existiert auch als Co-Branding-Produkt mit VISA oder MasterCard. Generell lauten die Vorzüge der CUP-Karte laut B+S:
- Garantierte Zahlung durch Online-Autorisierung mit PIN.
- Keine Transaktionsgebühren für Karteninhaber bei Einkäufen in Europa.
- Kein Transaktionslimit, Kunden können ihren Kontorahmen voll ausschöpfen.
Keine außereuropäische Personengruppe generiert derzeit mehr Umsätze, als die Bürger der Volksrepublik. 25% aller Einkäufe von Europa-Besuchern stammen laut Global Refund von Chinesinnen und Chinesen. Auf Platz 2 liege, abgeschlagen mit 12%, Russland. ( B+S PM vom 2.2.2006, B+S News 03/2007)
In den USA akzeptieren die Geldautomaten der Citybank die CUP-Karte. Zusätzlich existiert eine Vereinbarung zur gegenseitigen Akzeptanz zwischen Discover und der China UnionPay. In Australien gilt die Karte an Geldautomaten der National Australia Bank sowie an Cashcard Automaten. Für den Benelux-Raum gab der Utrechter Acquirer PaySquare am 18.1.2006 die Akzeptanz der beiden großen asiatischen Karten (CUP-Karte und JCB-Karte) bekannt. Am 11.7.2006 wurde es für die Karte der China UnionPay sogar eine exklusive Partnerschaft. ( PM vom 11.7.2006)
Seit dem 22.3.2007 wird die in Hong Kong anstämmige Oriental City Group im Frankfurter XETRA-System gehandelt (WKN: A0MMTC). Die OCG vertreibt Lifestyle-Kreditkarten wie etwa die CUP-Karte China Golf Card, die ihren Kunden Vergünstigungen im Lifestyle-Bereich bietet. Ihren Kundenstamm findet die OCG vorwiegend in Hong-Kong, China und Thailand, die Frankfurter Börsennotiz gilt nun als Schritt in Richtung Europa. OCG kooperiert sowohl mit VISA, als auch mit CUP. ( "Small Cap Trader - IPO Snapshot")
Freitag, 30. März 2007
Der Ratinger Zahlungsdienstleister easycash versucht sich an einem Karten-Novum. Ihre "Cent für Cent" Wechselgeld-Sparkarte erlaubt es den Kunden, ihr Wechselgeld auf die Karte zu laden, anstatt es im Portmonee zu sammeln. Auch für Pfand-Rückzahlungen sei die Karte attraktiv. Im übrigen wäre die Karte wie eine gewöhnliche Prepaid-Karte nutzbar. ( News vom 28.3.2007)
Donnerstag, 29. März 2007
MasterCard startet heute den euopäischen Piloten für die kontaktlose Kreditkarte PayPass in der Schweiz. Der Pilotversuch erfolgt bei ausgewählten McDonalds-Händlern in Zürich, Lausanne und Lugano. Etwa 1000 Karteninhaberinnen und Karteninhaber können dann von Juli bis September 2007 Beträge bis zu 40 Franken mit Mastercard's kontaktlosem Zahlverfahren Tap N Go bezahlen. Für größere Beträge verlangen die Terminals allerdings eine Unterschrift oder sogar die PIN. Der Pilot erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Acquirer Aduno und wird auf der eigens eingerichteten Webseite goodbye-cash.ch von Christa Rigozzi (Miss Schweiz) stilvoll präsentiert. ( News vom 29.3.2007, goodbye-cash.ch)
Nachtrag: als Gerätschaft kommt über den Schweizer Hypercom-Distributor Commtrain eine Kombination aus dem kontaktlosen Leser Saturn 6000 von OTI (On Track Innovations) mit dem Terminal T2100 von Hypercom zum Einsatz. Kazem Aminae, Vizepräsident von Hypercom, findet für diese Kombination sehr wohlwollende Worte. Das Saturn 6000 unterstützt prinzipiell eine ganze Reihe weiterer kontaktloser Verfahren, wie VISA contactless, ExpressPay von American Express und Discover Zip. Nach Schweizer Regularien sei die Transaktion am 29.3.2007 überdies die erste kontaktlose EMV-Zahlung in Europa gewesen. ( News vom 10.4.2007)
Donnerstag, 29. März 2007
Es ist die hohe Zeit der kreativen Produktmanager. Wo können kontaktlose Bezahlchips überall eingebracht werden? In Kreditkarten, natürlich. In Mobiltelefonen selbstverständlich auch. Auch Armbänder, Armbanduhren und Schlüsselanhänger dürfen nicht fehlen. Alles bekannt. Das Magazin CardTechnology berichtet nun über eine Anwendungsmöglichkeit, die so naheliegend ist, dass sie noch zu verblüffen vermag.
MasterCard lässt sich von der französischen Firma ASK ihren PayPass in Papiertickets einbauen. Das Papierticket entspricht in seiner Funktionalität genau einer Prepaid-Kreditkarte. Das eTicket aus Papier wird als Wegwerfware konzipiert, über ein Wiederaufladen wird erst noch entschieden. Das vorrangige Einsatzgebiet ist der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Die Firma ASK rechne für das Jahr 2007 mit der Produktion von 25 Millionen Wegwerftickets. Über die Umweltverträglichkeit wird keine Aussage getroffen.
( News vom 27.3.2007)
Mittwoch, 28. März 2007
Die Abspaltung der Kreditkarten-Sparte Discover von der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley sei beschlossene Sache, berichten mehrere Finanzdienste. Der IPO sei noch für 2007 an der New Yorker Börse geplant. Für das Geschäftsjahr 2006 berichtete Discover einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar.
Mittwoch, 28. März 2007
Wäre es möglich, im Internetcafé an einem mit Schadprogrammen verseuchten PC eine sichere Kartenzahlung durchzuführen? Und das auch noch ohne jedes Bezahlterminal, ohne PIN und ohne TAN? Eine positive Antwort auf diese Anforderungen gibt das junge Schweizer Startup AXSionics AG in Form der AXS-Card. Bei dieser Eigenentwicklung handelt es sich um eine mit Fingerabdrucksensor, Fotosensorik und Display bestückte intelligente Chipkarte. Die Nutzung könnte, am Beispiel Online-Banking ausgemacht, wie folgt aussehen:
- Die Karteninhaberin Julia besucht die Webseite ihrer Bank. Dort gibt sie ihren Namen und das Anmeldeverfahren AXS an und klickt auf "Anmelden". Sie hat an dieser Stelle also keine PIN eingegeben.
- Die Bank stellt auf der Webseite nun ein kodiertes Muster ("flickering code" / Flimmercode) dar, das in verschlüsselter Form die auszuführende Transaktionsart sowie einen einmal nutzbaren Bestätigungscode enthält. Diese verschlüsselte Nachricht kann allein von der Karte der echten Julia entschlüsselt werden.
- Julia identifiziert sich an ihrer AXS-Card per Fingerabdruck. Die Karte ist damit bereit für eine Transaktion.
- Julia hält ihre AXS-Card an das kodierte Muster auf dem Bildschirm. Die Karte entschlüsselt das Muster und stellt auf ihrem eigenen Display die Transaktionsart mit Daten sowie den einmal nutzbaren Code dar. Die Darstellung könnte bei einer Zahlung ungefähr so aussehen: "Zahlung: 48,40 EUR, Code ABC123", und bei der Transaktionsart "Anmeldung" dann vielleicht wie folgt: "Anmeldung, Code C3POR2".
- Julia gibt im Webformular den einmal nutzbaren Anmeldecode ein und hat sich damit erfolgreich authentifiziert.
Der biometische Fingerabdruck stellt also sicher, dass nur die echte Julia die Karte benutzen kann. Die Biometriedaten bleiben dabei exklusiv in der Karte, es gibt keine zentrale Speicherung biometrischer Daten. Die Verschlüsselung erlaubt dann der Karte, auch über einen unsicheren Datenkanal mit der Bank sicher zu kommunizieren. Die eingebaute Technik schließlich erlaubt die beinahe komplette Unabhängigkeit von jeder Zahlungs-Infrastruktur. Ein einziger Knackpunkt wäre vielleicht eher ästhetischer Natur. Der Formfaktor der Karte entspricht noch nicht ganz dem einer Scheckkarte, sie ist merklich dicker.
Die Karte ist weit fortgeschritten und wird bereits in einer Pilotierungsphase eingesetzt, noch für dieses Jahr ist ein Feldtest mit bis zu 10.000 Karten geplant. Die Karte überzeugte denn auch jetzt schon die Jury des Swiss Technology Awards. Sie bedachten AXSionics am 1.3.2007 mit einer Auszeichnung für ihren "biometric internet passport". ( Preisschrift AXSionics)
Dienstag, 27. März 2007
Die Einführung des einheitlichen Zahlungsverkehrsraums SEPA ist beschlossene Sache. Darüber verständigten sich heute abschließend die EU-Finanzminister in Brüssel. Demnach gelten folgende Regelungen:
- Ab 2008 erfolgen grenzüberschreitende Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zu den gleichen Konditionen, wie nationale.
- Ab 2008 werden nationale Bankkarten an jedem Bankautomaten in der EU akzeptiert.
- Ab 2008 werden Überweisungen bereits zum Ablauf des folgenden Werktages ausgeführt. Bislang sind in Deutschland drei Werktage üblich.
- Ab 2008 dürfen auch private Unternehmen ohne Bank-Lizenz Kleinkredite vergeben. Zur Bedingung für diese Kredite wird allerdings eine Tilgung innerhalb von 10 bis 12 Monaten gemacht werden. Die Nichtbanken müssen je nach Art ihrer Dienstleistungen ein Eigenkapital von 20.000 bis 125.000 Euro hinterlegen.
- Ab 2010 sind nationale Kontonummern ungültig. Auch für nationale Überweisungen müssen dann internationale Kontonummer (IBAN) und internationale Bankleitzahl (BIC) genutzt werden.
- Ferner steht SEPA auch für die EU-weite Einführung neuer Bezahlarten offen. Denkbar wären z.B. Bezahldienste per Handy.
Die Eckdaten der Einigung sollen im April 2007 in der Payment Services Directive (PSD) festgehalten werden. Die Richtlinie wird dann von den Mitgliedsstaaten bis zum Jahr 2010 in nationales Recht umgesetzt. Bis dahin wäre die Regelung denn auch für die Banken streng genommen unverbindlich.
Auf den ersten Blick liegt die Vermutung nahe, dass die Bürgerinnen und Bürger der EU finanziell profitieren werden, weil die hohen Auslandsgebühren entfallen. Die EU-Kommission rechnet denn auch mit sinkenden Kosten für die Verbraucher. Teuer wird die Reform sicherlich für MasterCard, deren Goldesel Maestro eine immer untergeordnetere Rolle spielen wird. Es gibt aber auch andere prominente Skeptiker, wie etwa die öffentlichen Verwaltungen Deutschlands. Sie wollen ihre Systeme erst umstellen, wenn sich damit nachweisbar Einsparungen oder handfeste Verbesserungen erzielen lassen. Auf den zweiten Blick können ja schließlich auch Zweifel aufkommen. Die Kosten zur Einführung beziffern die Banken in der gleichen Größenordnung, wie die Kosten zur Einführung des Euro. Sie würden im einfachsten Fall auf die Verbraucher umgelegt, so dass letztlich die niedrigen Auslandsgebühren durch verteuerte Inlandsgebühren gegenfinanziert wären. Viele hätten dann nur im Urlaub einen Vorteil durch SEPA.
Siehe auch: -> SEPA-Kompromiss in greifbarer Nähe, -> Glossar SEPA, Artikel FAZ 27.3.2007
Dienstag, 27. März 2007
Auf seine besondere Art beschreibt Dr. Dueck in der neuen Ausgabe seiner Kolumne ein lehrreiches Experiment mit Flöhen: Daily Dueck 36.
Dienstag, 27. März 2007
Die auf Studierende ausgerichtete Werbeplattform allmaxx.de gibt in Zusammenarbeit mit der .comdirect-Bank ab dem Mai 2007 eine kostenlose ec-Karte für Studierende aus. Einkäufe bei den zahlreichen Kooperationpartnern von allmaxx.de erbringen dann Bonuspunkte (Cashback Cashpunkte), die sich ab einer Grenze von 500 Punkten auf das Konto auszahlen lassen. Ein Punkt entspricht dabei einem Cent.
( allmaxx.de, www.comdirect.de)
Dienstag, 27. März 2007
Nach zehn Monaten Ermittlung gelang es dem Bayerischen Landeskriminalamt am 10.3.2007 in München, vier Drahtzieher einer in Deutschland und Italien operierenden Bande von Kreditkarten-Betrügern festzunehmen. Eine Organisation mit Mitgliedern in Neapel und München versorgte verschiedene italienische Restaurants in München mit Geräten zum heimlichen Auslesen der Kreditkartendaten. Gab ein Gast die Kreditkarte zur Bezahlung, konnten die Betrüger in einem unbeaufsichtigten Moment damit die Kartendaten auslesen ( -> Skimming). Die Gangster erstellten anhand dieser Daten dann Karten-Doubletten und kauften damit in Italien ein. Bisher sind 53 geschädigte Karteninhaber bekannt, der Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 50.000 Euro.
( PM vom 22.3.2007)
Dienstag, 27. März 2007
First Data hat mit der deutschen NCS mobile payment GmbH & Co. KG eine Partnerschaft zur weltweiten Einführung des Crandy-Services geschlossen. Ziel von Crandy sind einfache, schnelle, sichere und preiswerte Transaktionen für kleine Beträge mit dem Mobiltelefon ("micro payments"). ( PM vom 14.3.2007, Crandy Homepage)
Montag, 26. März 2007
In einer aktuellen Pressemitteilung gibt Atos Origin bekannt, die strategischen Optionen für eine potentielle Transformation der Atos Origin Gruppe kurzfristig auszuloten. Als Berater wurden Rothschild und Goldman Sachs herangezogen. Bis zum Abschluss dieser Beratungen will die Gruppe keine weiteren Stellungnahme zu den verschiedenen Gerüchten geben.
Im Gespräch ist eine komplette Übernahme durch die Finanzinvestoren Permira und Centaurus ( -> Atos Origin: ein Fall für die "Heuschrecken"?) oder Blackstone, aber auch ein Teilverkauf von Bereichen wie Atos Worldline oder Atos Euronext. Nicht zuletzt wird auch über einen Zusammenschluss spekuliert, etwa mit T-Systems. ( PM vom 26.3.2007)
Montag, 26. März 2007
Die Züricher Telekurs Group hat von der c.a.r.u.s. AG aus Norderstedt zum 1.2.2007 den Geschäftsbereich für kassenintegrierte Zahlungslösungen cCredit übernommen. Im Zuge dieses Transfers wechselten auch 30 Mitarbeiter von carus zu Telekurs, gab carus am 16.2.2007 bekannt. ( PM vom 16.2.2007)
Montag, 26. März 2007
Verifone steckt mitten im Rollout ihrer Terminal-Lösung beim Discounter Plus. Teil der Lösung ist dabei das PIN-Pad Verifone Secura. Es ist subjektiv eher unbequem zu benutzen, was vor allem dem unabdingbaren Sichtschutz geschuldet ist. Und verhindert er tatsächlich ein Erraten der Ziffer, die eben gedrückt werden soll? Darüber ließe sich in Anbetracht der Darstellung im obigen Link nämlich streiten. Am Rande sei noch vermerkt, dass man dem PIN-Pad im Supermarkt noch häufig mit dem alten Schriftzug "dione a Lipman company" begegnen wird.
Verifone gab am am 1. März beim ersten Quartalsberichts für 2007 an, ihr europäisches Potential vor allem in Skandinavien, Deutschland, Spanien und Italien zu sehen. Also sowohl in Ländern mit traditionell hohen Sicherheitsstandards, als auch in solchen, die noch auf dem besten Wege dahin sind. Ganz en passant erwähnte Doug Bergeron von Verifone denn auch die Zulassung des Verifone Secura durch den ZKA. Liest man allerdings die alten Pressemitteilungen von (damals) Lipman gegen, war der Start des Rollouts für das 3 Millionen Dollar-Projekt eigentlich schon im Q4 2005 avisiert. Es darf vermutet werden, dass der letzte Verzögerungsgrund diese fehlende ZKA-Zulassung war... Summa summarum bleibt jedoch festzuhalten, dass Verifone schließlich auch in punkto Sicherheit im alten Europa angekommen ist. Glückwunsch: "Zahlung erfolgt".
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